Rücktritt vom Schwingsport

(Foto: Sebastian Magnani)

Nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug habe ich mich bewusst zurückgezogen und die Ferien in den kanadischen Rockies genossen. Während dieser Zeit habe ich mir intensiv Gedanken über meine Zukunft gemacht. Zurück im Alltag ist es jetzt an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Nach langem Studieren habe ich mich entschieden, die Schwinghosen an den Nagel zu hängen. Die Entscheidung fiel mir alles andere als leicht. Die Pro- und Contra-Liste sah jedoch am Schluss deutlich aus; das Herz und die andauernde Leidenschaft für den Schwingsport sprachen für eine Fortsetzung der Laufbahn, aber sehr Vieles und insbesondere die Gesundheit sprachen deutlich dagegen. Mit etwas Abstand bin ich überzeugt, dass meine Entscheidung die richtige ist.

Mit zwei lachenden Augen blicke ich auf meine insgesamt 26 Jahre als Jung- und Aktivschwinger zurück und habe jede einzelne Sekunde im und rund ums Sägemehl sehr genossen. Ich habe unzählige schöne Momente erleben dürfen und für die vielen spannenden und bereichernden Gespräche und Bekanntschaften bin ich sehr dankbar. Meine Laufbahn wurde 2016 mit dem Gewinn des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Estavayer gekrönt. Was danach gesundheitlich folgte, ist ein Teil meiner Geschichte und wird auch immer ein Teil davon bleiben. Ich habe bis zum Schluss all meine Energie in den Schwingsport investiert und mich der grossen Aufgabe „Zug“ gestellt. Die Enttäuschung danach war riesengross, dennoch darf ich mit etwas Abstand wohl stolz auf meine Leistung in den letzten zwei Jahren sein.

Während meiner gesamten Zeit als aktiver Schwinger durfte ich stets auf ein überragendes Umfeld zählen, welches mich mit überdurchschnittlicher Professionalität auf meinem sportlichen Weg unterstützt hat. Es ist mir an dieser Stelle ein Anliegen, euch ganz herzlich für den unermüdlichen Einsatz zu danken. Ebenfalls ein grosses Dankeschön geht an meine langjährigen und treuen Sponsoren. Ohne euch wäre eine solche Laufbahn schlichtweg nicht möglich gewesen und die Zusammenarbeit hat immer grossen Spass gemacht! Auch meinem Arbeitgeber, den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg sowie meinem Chef Hanspeter Wenger gebührt ein grosses Dankeschön für das Verständnis und die tolle Unterstützung!

Weiter danke ich meinen Eltern und meiner Freundin Claudia für einfach alles, was sie geleistet haben. All dem einen Wert zu geben ist schlichtweg unmöglich. Die Wertschätzung meinerseits ist unendlich gross. Einfach Merci für alles!

Und zuletzt danke ich euch Fans ganz herzlich fürs Daumen drücken, die zahlreichen Nachrichten in guten wie auch in weniger guten Momenten und für euren Support während der ganzen Karriere. Die intensiven Momente und die Emotionen, welche ich durch euch im Sägemehl erleben durfte, werde ich mein ganzes Leben in mir tragen.

Wo ein Kapitel zu Ende geht, fangen viele neue Abschnitte an, auf welche ich bereits heute sehr gespannt bin. Einerseits werde ich in den kommenden Wochen ein Nachdiplomstudium an der Universität Bern in Angriff nehmen. Andererseits freue ich mich sehr auf die anstehenden Aufgaben bei meinem Arbeitgeber, den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg. Es wird mir also auch ohne aktiven Schwingsport nicht langweilig werden.

Nun wünsche ich euch eine gute Zeit und hoffe, dass wir uns bald einmal an einem Schwingfest oder auf den Hasliberger Skipisten wiedersehen werden.

Kräftige Grüsse
Euer Mätthel